Varios: Film: Mas Tango (DVD)


Varios: Film: Mas Tango (DVD)

Varios: Film: Mas Tango (DVD)

Erscheinungsjahr: 2007

Spielzeit: 56 min

Bestellnummer: dz000083


Preis: 21.99 €


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The producers Anja Hansmann and Sebastian Schnabel are on a quest for the "real tango" and they make us participate in their journey through Buenos Aires. This is a multi-facetted documentary about the phenomenon of tango. It shows the passion for tango from a traditional and a modern perspective, from young dance couples and dancers who have visited the milongas for decades already. Some of the music is by Otros Aires and Narcotango, who have had a great influence on the development of Electrot

Jörg Buntenbach meint dazu:

Es gibt wenig wirklich überzeugende Filme über Tango, da es immer sehr schwierig ist, die damit verbundene Philosophie mit den vorhandenen Klischees und wiederkehrenden Phrasen in Einklang zu bringen. Anja Hansmann und Sebastian Schnabel gelingt mit ihrer Dokumentation genau das. Sie wollen der Welt nicht den Tango erklären, und vor allem erliegen sie nicht der Versuchung, dem Zuschauer ihre ganz persönliche Sicht vor Augen zu führen. Stattdessen lassen sie zwei Tangopaare erzählen und vermitteln uns dadurch einen aktuellen Zustandsbericht über den Gegensatz zwischen traditionellem Tango und modernem elektronischen Tango in Buenos Aires: Da sind auf der einen Seite Graciela Cano und Pedro Vujovich, die seit 40 Jahren ihren Salontango zelebrieren und sich noch immer schätzen und lieben. Und das auf eine selbstverständliche unaufdringliche, liebenswerte Art, dass dies den Zuschauer tief berührt. Zum NeoTango äußern sie den Satz "Tango electronico - um ehrlich zu sein, wir wissen gar nicht, was das eigentlich ist." Auf der anderen Seite erleben wir das junge Tanzpaar Ciça Camargo und Santiago Dorkas bei ihren Anfängen als professionelle Tänzer. Die beiden sagen über sich, dass sie eine "andere Art des Tango" leben. Sie proben hart zu den elektronischen Tangobeats, mit denen sie mehr anfangen können, als mit den alten Aufnahmen. Am Ende der Proben wartet ein erster großer Auftritt auf die beiden. Der dramaturgisch gut aufgebaute Erzählstrang wechselt zwischen den beiden gegensätzlichen Paaren. Bild für Bild lernen wir die Protagonisten und ihre verschiedenen Sichtweisen auf den Tango besser kennen und verstehen. Und das funktioniert in diesem Film vor allem darum so gut, weil die beiden Filmemacher sich auf die Hauptfiguren konzentrieren und auf effektvolles Beiwerk verzichten. Hier entsteht eine Authentizität, die nicht aufgesetzt wirkt, sondern für sich spricht. Ergänzt wird die Geschichte durch drei zeitgenössische Tangobands. Die Musiker von Otros Aires, San Telmo Lounge und Narcotango um Carlos Libedinsky erzählen, wo ihre Wurzeln und Einflüsse liegen und warum sie ausgerechnet elekronischen Tango spielen: "Den Tango hier in Argentinien zu ändern, ist das größte Tabu.", bemerkt Miguel Di Genova von Otros Aires. Und vielleicht steckt genau darin die große Herausforderung: Etwas zu verändern, was landläufig als unveränderbar gilt. Anja Hansmann und Sebastian Schnabel legen hier eine überzeugende Dokumentation über den Tango des heutigen Buenos Aires vor. Es finden keine Anklagen statt, sondern jeder lebt seinen Tango auf seine nachvollziehbare Art und Weise. Darüber hinaus ist der Film nicht nur sehr inhaltsreich, sondern auch unterhaltsam und kurzweilig. Fazit: "Más Tango" ist ein überaus gelungener Film, den man gesehen haben muss. www.tangokultur.info

Claudia Tiemann meint dazu:

Der rote Faden des Films ist die Begleitung eines jungen Künstlerpaares bei der Vorbereitung ihres Auftritts auf dem CITA TangoKongress als Vertreter der neuen jungen Tänzergeneration. Von der Struktur des Filmes wird den jungen Profis Cica und Santiago das alte Milonguero-Paar Graciela und Pedro gegenübergestellt. Beiden Paaren gemeinsam ist die Liebe zu und die Hingabe an den Tango, jedoch sind sie von unterschiedlichen Seiten her in die Welt des Tangotanzes eingetaucht: Graciela und Pedro lernten sich auf der Milonga kennen und tanzten erst spät auch auf Wettbewerben. Sie können sich auch nach 44 gemeinsamen Jahren ein Leben ohne tägliches Tanzen nicht vorstellen. "In 40 Sekunden kann im Tango mehr passieren als in 40 Jahren Ehe. Für uns ist das Liebe." ... "Vielleicht sind wir noch zusammen, weil wir den Tango mehr lieben als einander." Cica und Santiago dagegen sind Bühnenkünstler, die im Tango ihre Form des tänzerischen Ausdrucks gefunden haben: "Der neue Tango bedeutet, sich zu befreien und mit allen Möglichkeiten zu tanzen, die dein Körper dir bietet." Zum neuen Tango-Tanz gehört neue Musik, daher stellt der Film drei prominente Vertreter des "Tango electrónico" vor. "Otros Aires" bezeichnen sich selbst als archäologisch-elektronisches Projekt, und das was sie machen schlicht als "Tango". "San Telmo Lounge" entwickelt neue urbane Musik ausgehend vom Tango-Erneuerer Astor Piazzolla hin zu eigenen Harmonien. Carlos Libedinsky von "Narcotango" stellt fest, dass die Tänzer lange vor den Musikern angefangen haben, den Tanz zu verändern und weiterzuentwickeln. Er holt sich seine Inspiration von der Tanzfläche. Erst jetzt, im Zusammenwirken von Tanz und Musik in Buenos Aires (und nicht irgendwo anders), bekommt die Entwicklung des "Neo-Tango" eine Dynamik, die von der ganzen Tangowelt wahrgenommen wird. "den alten Leuten gefällt es nicht, dass der Tango sich verändert. ... Die jungen Leute mögen den neuen Tango und tanzen ihn", so der Taxifahrer Luis. Wenn die Menschen sprechen, gibt es keine Musik, nur die, welche sie selbst produzieren. Wenn die Kamera beobachtet und Stimmungen einfängt, verbinden sich Ton und überlagernde Bilder zu einer Einheit. So entsteht eine eigene Bildsprache, die der neuen Tangomusik entspricht. Die regelmäßigen Wechsel von den Interviewszenen zu atmosphärischen Straßenbetrachtungen machen es angenehm, den Film zu sehen. Immer wieder bleibt Zeit, um das Gehörte nachhallen zu lassen. Als Kameraperspektive ist in den Interviews die Halbtotale gewählt, als wenn die Betrachterin selbst den Sprechenden mit etwas Abstand gegenüber sitzt. Auf diese Weise wird zugleich die Umgebung eingefangen, in der gesprochen wird und in der sich die jeweiligen Interviewpartner sichtlich wohl fühlen: die jungen Wilden hoch über den Dächern von Buenos Aires, die alten Wilden in ihrem Wohnzimmer, den einen Musiker in seinem Tonstudio und den anderen im traditionellen Cafe Tortoni (wo er über die Parallelen zwischen dem Beginn des Tango im vorherigen Jahrtausend und dem Beginn der Erneuerung in diesem Jahrhundert philosophiert). Die Aktuere im neuen Tango wissen selbst noch nicht, wohin die Entwicklung geht. So ist dieser Film eine kleine aber feine Bestandsaufnahme, die auf die neuen Prozesse im Tango aufmerksam macht. Tangodanza 03/2007

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