
Erscheinungsjahr: 2004
Spielzeit: 60 min
Bestellnummer: dz003009
Preis: 17.99 €
Patetico Orlando Goni Malandraca Las mirlas Mano brava Delirio Mi noche triste La ultima copa Malena La Beba Un baile a beneficio Para lucirse Tabernero Contrabajeando La Yumba La trampera A fuego lento Seguime, si podes Viejo ciego Tanguango
Die vorliegende Kompilation mit Tangomusik aus den Jahren zwischen 1947 und 1954 hat der kürzlich verstorbene Klaus Johns zusammengestellt. Er sagt im Begleitheft, dass seine Titelauswahl mehr von persönlichen Gründen denn von rein historischen geleitet war. Weist aber auch auf seine Schwäche für Unbekanntes und "Vernachlässigtes" hin. Genau das hat er hier versammelt, 20 Tracks, Musik, Aufnahmen, die wenig bekannt sind oder oft überhört werden. Dabei ist gerade der Tango um 1950 herum ausgesprochen spannend. Er hat sich stilistisch differenziert, musikalisch verfeinert, ist manchmal ausgesprochen kunstvoll und enthält, durch innovative Newcomer wie Piazzolla und Salgan, eine Reihe neuer Klänge. Zumindest bei den Vertretern der innovativen, "evolutionären" Richtung im Tango. Und nur die sind auf dieser CD zu hören, was vielleicht das einzige Manko der Kompilation ist. Denn selbstverständlich spielt in dieser Zeit, mit D'Arienzo, Attadia und einer Vielzahl an D'Arienzo-orientierten Ensembles, auch die Alte Garde weiter. Und zwar ganz schön knackig Die bleiben hier wie gesagt aussen vor. Dafür bietet die CD eine sehr abwechslungsreiche, schön zu hörende Zusammenstellung von musikalischen Perlen. So etwa zwei exzellente Aufnahmen von José Basso mit Fiorentino am Mikrofon, einige instrumentale Puglieses (Malandraca/La Yumba/Seguime, si podes) aus der genannten Zeit oder Salgans Interpretation von "Las Mirlas". Der einzige Vals, aber garantiert untanzbar, weil der unkoventionelle Geist Salgans hier durch Akzentverschiebungen das Stück mal als Vals, dann als Milonga und als Chararera erklingen lässt. Zu Vergleichen lädt die CD auch gelegentlich ein. Zwei Stücke, für die Pugliese bekannt war, "Patetico" und sein eigenes "La Beba", kommen hier in Interpretationen von anderen Orchestern. Richtige Highlights gibt es hier aber auch, zumindest drei. Das sind die klanglich aufpolierten Einspielungen von Troilos kammermusikalisch arangiertem "Para lucirse" (1950), seine "Malena"-Version mit Raul Berón (1952) und "Delirio" vom romantischen Glanz früherer Tage, das Orchester muss immer langsamer spielen, um ihn begleiten zu können aber gerade das verleiht dieser Version viel Eindringlichkeit. Und das ungemein melodiöse "Delirio" erstrahlt, klanglich verbessert und im passenden musikalischen Kontext platziert, regelrecht in neuem Licht. Man fragt sich beim Hören regelrecht, warum einem diese buchstäblich "fantastische" Interpretation nie aufgefallen ist. Tanzbarkeit: 4 Sterne Klangqualität: 4 Sterne Titelauswahl/Interpretation: 5 Sterne Editorischer Wert: 5 Sterne Vokalanteil: 10 %
Was sich in Buenos Aires "Around 1950's" abspielte, hat der kürzlich verstorbene Tango-Experte Klaus Johns für uns aufbereitet. "Mehr Aggressivität, Dichte und Feinschliff" als in den früheren Aufnahmen macht er in dieser Dekade aus, und tatsächlich klingen die Troilo- und Pugliese-Perlen noch knackiger, und durch frühe Piazzolla-Stücke bahnen sich innovative Intros und Rhythmen allmählich ihren Weg. (Uli Lemke in Jazzthing)
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