
Erscheinungsjahr: 2003
Spielzeit: 52 min
Bestellnummer: nd010903
Preis: 17.99 €
Dolores Solá, named Lola, knows how to direct her musicians at any time and she also controls other stylistic devices apart from the tango, that come quite close to tango but are not quite the same but they somehow fit. una iguana y tres monedas sopapa confesion milonga de los perros el camba juguete rabioso chamarrita del chaman frankenstein callejera ayer hoy era mañana peon de tu ajedrez la mujer del soldado y no me conoces sol tropical muñequita china dolor wolof si vieras
Das fünfköpfige Ensemble hat mit der vorliegenden CD in diesem Jahr einen “Premio Gardel” gewonnen und zwar in der Sparte “Tango Nuevas Formas”. Trotzdem komme ich mit dieser Produktion nicht klar. Was den Gardel-Preis betrifft, vergeben von der argentinischen Musikindustrie, so bedeutet er mehr oder weniger viel. Dieser Preis wird nämlich in sage und schreibe 30 (!) verschiedenen Kategorien jährlich ausgelobt. Was mich hier aber irritiert ist die Tatsache, dass “La Chicana” in ihrer Heimatstadt von so ziemlich allen einmütig hochgelobt wird, angefangen bei den grossen Tageszeitungen bis zur Tango-Fachwelt. Da bekommt man fast den Eindruck, als solle mit ihnen das neue grosse Ding in Sachen zeitgenössischer Tango ausgerufen werden. Julio Nudler etwa vergleicht ihre Texte, ihre Poesie, ihre Botschaften schon mit denen von Enrique Santos Discépolo. Nur: die zugeschriebenen Qualitäten hört man in ihrer Musik nicht so recht. Die wirkt vielmehr so, als habe sich der argentinische Neo-Folk aufs Urbane verlegt, ein Bandoneón umgebunden - um sich dann als neuer Tango zu präsentieren. Von den 17 Stücken stammen 11 aus der Feder von Acho Estol, es sind Songs mit der Stimme von Dolores Solá im Vordergrund. Aber nach spätestens 10 Liedern kennt man diese Stimme in- und auswendig, weil ihre zum Sprechgesang tendierende Art der Interpretation in Melodieführung und Phrasierung etwas Gleichförmiges hat. Es ist ein Singen ohne Höhen und Tiefen aber auch ohne stimmliche Ecken und Kanten. “La Chicana” haben, in der Besetzung mit Gitarre, Bass, Violine, Bandoneón und Gesang, auf der vorliegenden CD eine Reihe von richtigen, “neu”-komponierten Tango-Liedern eingespielt, aber die klingen eher wie die alten. Nur mit dem Unterschied, dass sie musikalisch, vor allem melodisch, nicht so ganz an diese herankommen. Ansonsten gibt es einige hübsche Milongas mit Tendenz zum Salsa, reichlich Folkloreelemente sowie Anleihen beim südamerikanischen Pop und bei den Klängen des europäischen Kabaretts der 20er Jahre. Kurt Weill lässt auch grüssen. Aber so richtig umhauen kann einen nichts davon. Ignoriert man bei der Beurteilung den Rückenwind vom La Plata, so hat man in “La Chicana” eine Formation, die zu Hause und vielleicht auch im weiteren spanisch-sprachigen Raum mit einer interessanten Lyrik, einer vielleicht neuen Art von Poesie gefällt. Die dürfte hier bei uns, wegen mangelnder Sprachkenntnisse aber auch wegen eines anderen Tango-Verständnisses, die wenigsten vom Hocker reissen. Daran werden auch die beigelegten Übersetzungen ins Deutsche nichts ändern. Auf der musikalischen Seite dagegen sorgen zwar viele Gastmusiker für klanglich farbige Arrangements - von denen aber kaum etwas im Ohr bleibt. 1. Tanzbarkeit: 2 Sterne 2. Klangqualität: 4 Sterne 3. Titelauswahl/Interpretation: 3 Sterne 4. Editorischer Wert: 2 Sterne 5. Vokalanteil: 100%
Die Preise enthalten für Kunden aus der EU die in Deutschland vorgesehene
MwSt.
Über Ihnen entstehende Versandkosten informiert Sie unsere Versand-Info
© 2004 Danza Y Movimiento GmbH - Tango CD - Salsa CD - Brasil CD - Dym News
Realisierung: Silvan Rehberger, youngbrain GmbH